Klimaneutraler Geschäftsbetrieb

Es ist das erklärte Ziel der MATSEN CHEMIE AG, ihren Kunden bis zum Jahre 2030 sämtliche Produkte und Dienstleistungen CO2 neutral anzubieten zu können. Im dritten Geschäftsjahr sind wir dieser Vision wieder ein Stück näher gekommen, denn parallel zur Veröffentlichung unserer Treibhausgasbilanz für das Jahr 2019 haben wir sämtliche darin aufgeführten CO₂-Emissionen durch Kauf bzw. Stilllegung von Klimaschutzzertifikaten ausgeglichen.

Zum jetzigen Zeitpunkt beschränkt sich die Bilanzierung unserer Treibhausgasemissionen auf direkte CO₂-Emissionen, also die Eigenerzeugung und den Bezug von Energie (Scope 1 und 2 gemäß Greenhouse Gas Protocol), sowie folgende vor- und nachgelagerte Stufen unserer Wertschöpfungskette (Scope 3): schon heute sind alle Geschäftsreisen, der Weg zur Arbeit, unsere Büroausstattung, sämtliche Warentransporte, sowie etwaig anfallende Materialien beim Umpacken von Ware inkludiert. Es ist ein erster wichtiger Schritt, dass unser Geschäftsbetrieb seit 2019 nun als klimaneutral angesehen werden kann.

Den gesamten Umfang unserer Treibhausgasbilanz inkl. ausführlichen Erläuterungen finden Sie hier >.

Unser Ziel: klimaneutrale Produkte

Auch wenn eine Vielzahl unserer aktuellen Produkte aufgrund des pflanzlichen Ursprungs grundsätzlich klimafreundlich ist, entstehen natürlich beim Anbau der Pflanzen und dem Produktionsprozess nach wie vor signifikante Mengen von Treibhausgasemissionen. Ebenso können wir auf einige Produkte fossilen Ursprungs zum heutigen Zeitpunkt sowohl aus technischen Gründen unserer Kunden, als auch aus eigenem wirtschaftlichem Interesse noch nicht verzichten.

Daher haben wir dieses Jahr damit begonnen, für drei unserer Produkte die herstellungsbezogene CO₂-Emissionen (product carbon footprint) von einem externen Beratungsunternehmen umfassend und transparent ermitteln zu lassen. Auf Basis der so gewonnenen Daten wollen wir die produktbezogene CO₂-Emissionen so weit wie möglich reduzieren. Für den Rest der nicht vermeidbaren Treibhausgasemissionen werden wir, analog zum klimaneutralen Geschäftsbetrieb, Kompensationslösungen entwickeln.

Konzept Klimaneutralität

Unternehmen, Dienstleistungen oder Produkte gelten dann als klimaneutral, wenn an anderer Stelle eine Einsparung über eine äquivalente Menge an Treibhausgasemissionen gewährleistet wird. Diese Kompensation wird durch die Investition in ein zertifiziertes Klimaschutzprojekt erreicht. Da sich Treibhausgase gleichmäßig in der Atmosphäre verteilen ist es nicht von Bedeutung, wo CO2-Emissionen reduziert werden. So können Emissionen, die bspw. In Europa verursacht werden, durch entsprechende Klimaschutzprojekte an einem anderen Ort ausgeglichen werden. Weiterführende Informationen zum Thema der freiwilligen CO2-Kompensation finden Sie hier >.  

 

Unser Anspruch

Bei der Auswahl von Klimaschutzprojekten ist uns wichtig, dass diese neben einer transparenten, nachweisbaren Einsparung von Treibhausgasemissionen ebenso zur sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Entwicklung in der jeweiligen Region beitragen.

Um die Erfüllung dieser Kriterien sicherzustellen achten wir darauf, das alle Projekte, die wir zur Kompensation unserer Treibhausgasemissionen nutzen, sowohl CDM als auch Gold Standard zertifiziert sind. Diese Kombination bietet zum jetzigen Zeitpunkt den strengsten existierenden Standard für Klimaschutzprojekte.

CDM (Clean Development Mechanism)

Dieser Standard der Vereinten Nationen stellt sicher, dass die Reduktion, Vermeidung oder Speicherung der Treibhausgasemissionen eines Projektes tatsächlich eine zusätzliche Einsparung darstellt. Das bedeutet, dass die Klimaschutzmaßnahme des Projekts ohne die Erlöse aus dem Verkauf der Zertifikate nicht stattgefunden hätte. Maßnahmen, die bereits aus sich heraus wirtschaftlich sind und deshalb ohnehin durchgeführt worden wären, kommen daher zur Kompensation nicht in Betracht.

Zur Berechnung der Treibhausgaseinsparung dürfen CDM-Projekte ausschließlich Methodologien nutzen, die zuvor unabhängig und extern geprüft wurden. Darüber hinaus müssen alle CDM-Projekte vor Projektstart durch einen unabhängigen und von der UN akkreditierten Prüfer validiert werden. In regelmäßigen Abständen werden die Emissionsminderungen der Projekte auf Basis des zuvor festgelegten Monitorings dann verifiziert – ebenfalls durch unabhängige Auditoren. Erst danach können die Emissionsminderungszertifikate (Certified Emission Reduction, CER) in der bestätigten Höhe ausgestellt werden.

Gold Standard

Der Gold Standard wurde 2003 vom WWF und anderen Umweltverbänden entwickelt. Gold Standard-Projekte kennzeichnen neben der obligatorischen Emissionsreduzierung zusätzlich Sozial-und Umweltaspekte. Dieses soll sicherzustellen, dass Klimaschutzprojekte über die Reduktion von Treibhausgasen hinaus auch zur nachhaltigen Entwicklung in der jeweiligen Projektregion beitragen (z.B. Verbesserung von Infrastrukturen, Schaffung von Arbeitsplätzen, Verminderung von Gesundheitsrisiken etc.).

 

 

Kompensation mit CDM Gold Standard Projekten in Indien

Die für das Geschäftsjahr 2019 ermittelten 855,16 Tonnen CO2-Äquivalent gleichen wir vollständig durch zwei CDM Gold Standard Projekte in Indien aus.

Warum Indien? Unsere Produkte HCO (Hydriertes Rizinusöl) und 12-HSA (12-Hydroxystearinsäure) werden dort hergestellt und basieren ebenso wie die von uns vertriebene Sebazinsäure auf Rizinusöl. Mehr als drei Viertel der weltweiten Menge dieser Rizinusbohnen wird im Nordindischen Bundesstaat Gujarat angebaut. Neben einem Photovoltaik-Projekt in Gujarat kompensieren wir daher unseren Carbon Footprint mehrheitlich durch das Projekt "Solar Water Heater Program in India".

Solar Water Heater Program in India

Das Unternehmen Nuetech Solar produziert und installiert solarthermische Anlagen zur Warmwasserbereitung, sogenannte solar water heater. Die Nutzer dieser Anlagen sind Privathaushalte, kleine und mittelständische Unternehmen, sowie Universitäten, Schulen oder Behörden. Die städtische Bevölkerung Indiens nutzt zur Erzeugung von Warmwasser mehrheitlich elektrisch betriebene Durchlauferhitzer, was zwischen 20% und 30% des Stromverbrauchs ausmacht. Die Stromerzeugung in Indien basiert nach wie vor zu großen Teilen auf fossilen Energieträgern, insbesondere Kohle. Mittels solarer Warmwasserbereitung können in Indien pro Haushalt und Anlage so jährlich durchschnittlich fast 2,5 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden.

Mehr zum Projekt finden Sie hier >